Hamburg
Hamburg, Germany

Felddurchlässigkeitsversuch in Hamburg: Lefranc- und Lugeon-Tests für verlässliche Baugrundkennwerte

Hamburg wächst jährlich um rund 6.000 neue Wohneinheiten, viele davon auf innerstädtischen Restflächen oder in unmittelbarer Nähe zu den rund 2.500 Brücken der Hansestadt. Wer hier gründet, braucht präzise Bodenkennwerte. Der Felddurchlässigkeitsversuch liefert den kf-Wert direkt vor Ort. Keine Laborumwege. Keine theoretischen Annahmen aus der Korngrößenanalyse. Stattdessen ein wasserwirtschaftlich belastbarer Parameter, den das zuständige Amt für Grundwasser in Hamburg für Einleitnachweise, Versickerungsanlagen und Baugrubenabdichtungen verlangt. Wir führen den Versuch mit mobiler Ausrüstung durch, auch auf engstem Kontorhausviertel-Baufeld.

Ein einziger Feldversuch erspart oft drei Laborrunden – und liefert den kf-Wert unter realen Spannungsbedingungen.

Arbeitsumfang in Hamburg

Die DIN 18130 bildet das Grundgerüst, ergänzt um die Empfehlungen des Arbeitskreises Versuchstechnik Fels der DGGT. Im Hamburger Baugrund mit seinen typischen Wechsellagerungen aus Sand, Kies und Geschiebemergel setzen wir den Lefranc-Versuch mit konstanter Druckhöhe ein. Bei klüftigem Untergrund, etwa im Bereich der Harburger Berge oder in tieferen Schichten des Deckgebirges, kommt der Lugeon-Test zum Einsatz. Entscheidend ist die saubere Unterscheidung: Lefranc für Lockergestein, Lugeon für Fels. Die Auswertung erfolgt sofort auf der Baustelle nach stationären Bedingungen. Kombiniert mit einer CPT-Sondierung lassen sich die Ergebnisse direkt in Schichtenprofile einhängen und für die Dimensionierung von Wasserhaltungen nutzen.
Felddurchlässigkeitsversuch in Hamburg: Lefranc- und Lugeon-Tests für verlässliche Baugrundkennwerte
Felddurchlässigkeitsversuch in Hamburg: Lefranc- und Lugeon-Tests für verlässliche Baugrundkennwerte
ParameterTypischer Wert
Versuchsart LockergesteinLefranc (konstante/fallende Druckhöhe)
Versuchsart FelsLugeon (5 Druckstufen à 10 min)
MessgrößeDurchlässigkeitsbeiwert kf [m/s]
Bohrdurchmesser100–300 mm (offene/verrohrte Bohrung)
Normative BasisDIN 18130, Heitfeld-Richtlinien
AuswertungStationär / instationär nach Hvorslev
Berichtsumfangkf-Wert, Absenkkurve, Protokoll, Foto

Risiken und Überlegungen in Hamburg

In Hamburg sehen wir oft, dass Bauherren den kf-Wert aus Erfahrungswerten ableiten. Das geht schief. Gerade in der Elbmarsch oder nahe der Alster ist die Durchlässigkeit wegen eingelagerten organischer Schichten extrem heterogen. Eine Fehleinschätzung um eine Zehnerpotenz verdoppelt die nötige Pumpenleistung oder macht die Versickerungsanlage unbrauchbar. Die Konsequenz: Nachtragsverhandlungen während der Bauphase. Ein Felddurchlässigkeitsversuch klärt das vor dem ersten Spatenstich. Wir haben schon erlebt, dass ein als dicht eingestufter Geschiebemergelhorizont in Eppendorf durch sandige Linsen hoch durchlässig war – das zeigt nur der Versuch in situ.

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Anwendbare Normen: DIN 18130:1998-05 Baugrund – Untersuchung von Bodenproben – Bestimmung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwerts, Heitfeld K.-H. (1979): Empfehlungen des Arbeitskreises Versuchstechnik Fels der DGGT, DIN EN ISO 22475-1:2006 Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Probenentnahmeverfahren und Grundwassermessungen

Unsere Leistungen

Unsere Felddurchlässigkeitsversuche in Hamburg decken drei Anwendungsbereiche ab. Jeder Versuch wird von einem erfahrenen Techniker begleitet und noch auf der Baustelle ausgewertet.

Lefranc-Durchlässigkeitsversuch

Versuch in offener oder verrohrter Bohrung im Lockergestein. Geeignet für Baugrubenwasserhaltung, Versickerungsgutachten und Dimensionierung von Dränagen. Ausführung mit konstanter oder fallender Druckhöhe nach DIN 18130.

Lugeon-Wasserabpressversuch

Prüfung in klüftigem Fels mit fünf Druckstufen. Standardversuch für Tunnelbauprojekte und Dichtsohleninjektionen. Die Auswertung des Lugeon-Werts erfolgt direkt am Manometer mit automatischer Datenaufzeichnung.

Kombinierte Durchlässigkeitsprofile

Integration des Felddurchlässigkeitsversuchs mit Bohrprofilen und CPT-Sondierungen. Wir erstellen tiefenabhängige kf-Verläufe für finite-Elemente-Berechnungen oder Grundwassermodelle.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Hamburg?

Ein einzelner Lefranc- oder Lugeon-Versuch liegt in Hamburg je nach Bohrtiefe, Zugänglichkeit und Geräteaufwand zwischen 660 € und 990 € netto. Darin enthalten sind An- und Abfahrt im Stadtgebiet, die Durchführung durch einen geschulten Techniker und der schriftliche Bericht mit Auswertung. Bei mehreren Versuchen pro Bohrloch staffeln sich die Kosten.

Wann brauche ich den Lefranc- und wann den Lugeon-Versuch?

Das hängt vom Baugrund ab. Der Lefranc-Versuch ist das Standardverfahren in Lockergesteinen wie Sand, Kies oder Geschiebemergel, wie sie in weiten Teilen Hamburgs oberflächennah anstehen. Der Lugeon-Test kommt bei Fels zum Einsatz, etwa in tieferen Schichten oder im Harburger Hügelland. Bei Unsicherheit legen wir vorab eine Rammsondierung oder eine CPT-Sondierung zur Schichtansprache an.

Wie lange dauert ein Felddurchlässigkeitsversuch vor Ort?

Planen Sie etwa zwei bis drei Stunden pro Versuch ein. Das beinhaltet das Einrichten des Bohrlochs, das Einschwemmen der Messstrecke und die eigentliche Messung mit mehreren Druckstufen bis zur Sättigung. Bei bindigen Böden kann sich die Dauer durch die geringere Durchlässigkeit etwas verlängern. Die Auswertung erfolgt noch auf der Baustelle, sodass Sie sofort einen belastbaren kf-Wert erhalten.

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