Hamburgs Untergrund ist ein geotechnisches Mosaik: Nördlich der Elbe dominieren bis zu 30 Meter mächtige weich-elastische Klei- und Torfschichten der holozänen Marsch, während südlich und in den Geestgebieten wie Harburg bereits in wenigen Metern Tiefe tragfähige saalekaltzeitliche Sande und Geschiebemergel anstehen. Dieses Nebeneinander von setzungsempfindlichen Weichschichten und dichten Sandlagen erfordert eine Pfahlgründungsbemessung, die den Schichtenaufbau parzellenscharf abbildet. Unser Team greift auf über 800 Baugrundaufschlüsse im Hamburger Raum zurück und dimensioniert Bohrpfähle, Verdrängungspfähle sowie Mikropfähle konsequent nach EC 7-1 samt nationalem Anhang DIN EN 1997-1/NA. Ergänzend zur Drucksondierung mit der CPT-Versuch in den oft breiigen Kleischichten setzen wir auf instrumentierte Pfahlprobebelastungen, um das Last-Setzungsverhalten unter zyklischer Tideeinwirkung realitätsnah zu erfassen und die Mantelreibung nicht nur rechnerisch, sondern messtechnisch abzusichern.
In Hamburgs Marsch entscheidet nicht die Pfahlspitze allein – erst die realistische Modellierung der negativen Mantelreibung im Klei macht die Bemessung standfest und setzungsarm.
Arbeitsumfang in Hamburg

Risiken und Überlegungen in Hamburg
Die Hamburger Bauordnung (HBauO) verweist für den Nachweis der Standsicherheit auf die Technische Baubestimmung DIN EN 1997-1 in Verbindung mit dem nationalen Anhang, der für setzungsempfindliche Kleiböden explizit den Nachweis der negativen Mantelreibung durch Auffüllungen oder nachträgliche Grundwasserabsenkungen einfordert. Ein häufiger Schadensfall in der Hansestadt entsteht, wenn die Mantelreibung in den oberen Weichschichten rechnerisch aktiviert wird, obwohl diese Schichten konsolidieren und den Pfahl nach unten ziehen. Wir begegnen diesem Risiko mit Bitumenbeschichtungen oder Doppelkopfrohren in der Setzzone und einer getrennten Bilanzierung von positiver und negativer Reibung im Grenzzustand GEO-2. Ein weiteres Hamburger Spezifikum ist die Gefahr des hydraulischen Grundbruchs bei Pfahlbohrungen unter Wasser in der gespannten Grundwassersituation der Elbmarsch – hier sichern wir die Baugrube mit Flüssigkeitsstützung und einer Gegenüberstellung von Bodenauftrieb und Überlagerungsdruck nach DIN EN 1997-1, Anhang C.
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Unsere Leistungen
Unsere Leistungen in Hamburg decken den gesamten Zyklus vom Baugrundmodell bis zur Abnahmeprüfung ab. Wir arbeiten mit zertifizierten Laboren nach DIN EN ISO/IEC 17025 und stellen sicher, dass jede Pfahlbemessung durch einen unabhängigen Prüfingenieur für Geotechnik geprüft werden kann.
Statische und dynamische Pfahlbemessung
Wir erstellen für Ihr Bauvorhaben in Hamburg das vollständige Pfahlgründungsgutachten: Lastabtragung in den umliegenden Baugrund, innere Tragfähigkeit des Pfahlquerschnitts, Nachweis der Knicksicherheit bei teilweise freistehenden Pfählen und Ermittlung der Pfahlkopfverschiebungen unter charakteristischen Lasten. Inklusive Gruppeneffekten und Setzungsdifferenzberechnung.
Pfahlprobebelastung und Qualitätssicherung
Aufgrund der heterogenen Klei-Torf-Wechsellagerungen in Hamburg empfehlen wir vor Ausführungsbeginn mindestens eine statische Probebelastung. Wir planen den Versuchsaufbau, werten die Zeit-Setzungslinien aus und justieren das Bemessungsmodell anhand der gemessenen Pfahlwiderstandssetzungskurve – für eine wirtschaftlich optimierte Pfahllänge.
Häufig gestellte Fragen
Ab welcher Bauwerkslast ist in Hamburg eine Pfahlgründung anstelle einer Flachgründung erforderlich?
Eine feste Lastgrenze gibt es nicht, entscheidend ist der Baugrund. Sobald die setzungsempfindlichen Klei- und Torfschichten mächtiger als 3 bis 4 Meter sind oder die Setzungsdifferenzen zwischen Gebäudeteilen 1,0 cm überschreiten, ist eine Pfahlgründung meist wirtschaftlicher und technisch sicherer. Wir prüfen dies über ein Baugrundgutachten und eine Setzungsberechnung nach DIN 4019.
Welche Pfahlsysteme setzen Sie in den engen Gassen der Hamburger Altstadt ein?
In der beengten Altstadt mit ihren oft denkmalgeschützten Nachbargebäuden arbeiten wir fast ausschließlich mit vibrationsarmen Bohrpfählen oder Mikropfählen, die mit kompakten Raupengeräten hergestellt werden können. Verdrängungspfähle scheiden meist aus, da die Erschütterungen das umliegende Mauerwerk gefährden könnten. Die Bemessung erfolgt dann auf überwiegend axiale Lasten mit sehr geringen zulässigen Verformungen.
Müssen Sie bei der Bemessung die Tide und den Grundwasserstand in Hamburg berücksichtigen?
Unbedingt. Der mittlere Tidehub in Hamburg beträgt rund 3,6 Meter, was eine ständige Änderung des Porenwasserdrucks im Boden bewirkt. Wir rechnen mit dem maßgebenden Hochwasserstand (Bemessungswasserstand) und berücksichtigen den Auftrieb sowie die Strömungskräfte auf den Pfahlschaft. In der Hafencity wird zudem ein möglicher Klimawandelzuschlag von 50 cm auf das mittlere Tidehochwasser angesetzt.
Mit welchen Kosten muss man für eine Pfahlgründungsbemessung in Hamburg rechnen?
Je nach Bauwerksgröße, Anzahl der Pfahlpositionen und erforderlichem Prüfumfang liegt das Honorar für die statische und dynamische Bemessung samt Pfahlgutachten zwischen €1.290 und €5.320. Hinzu kommen die Kosten für eventuelle Probebelastungen, die separat mit dem ausführenden Spezialtiefbauunternehmen abgerechnet werden.
Wie weisen Sie die Tragfähigkeit bei sehr weichen Bodenschichten nach?
In den Kleiböden der Elbmarsch aktivieren wir die Mantelreibung nicht in der setzenden Schicht, sondern dimensionieren die Pfähle so, dass sie die Last über Spitzendruck in den darunterliegenden Sanden oder in den Geschiebemergel abtragen. Zusätzlich modellieren wir die negative Mantelreibung als ständige Einwirkung und stellen über eine Bitumenbeschichtung oder einen Doppelkopf sicher, dass diese Reibung nicht zum Schaden führt.