Wenn der Casagrande-Apparat im Labor surrt und die Messing-Schale im Sekundentakt auf den Sockel schlägt, geht es um mehr als nur Wassergehalt. In Hamburg bestimmen wir die Atterberg-Grenzen routinemäßig mit diesem Gerät, weil die quartären Schichten der Stadt – von den Elbmarschen bis zu den Geestkernen – ein extrem unterschiedliches Bindigkeitsverhalten zeigen. Eine einfache Fingerprobe reicht nicht, wenn später ein Kran auf der Baustelle steht. Die Fließ- und Ausrollgrenze geben uns exakt jene Grenz-Wassergehalte, bei denen der Boden vom festen in den plastischen und schließlich in den flüssigen Zustand wechselt. Gerade in den tonigen Beckensedimenten unter Hammerbrook oder Wilhelmsburg ist das entscheidend, denn dort bestimmt die Plastizität maßgeblich die Setzungsempfindlichkeit. Bevor wir eine Baugrube im Hamburger Schlick freigeben, kombinieren wir die Konsistenzgrenzen oft mit der Korngrößenanalyse für ein vollständiges Bild.
Zwischen Blankenese und den Vierlanden klafft ein geotechnischer Unterschied, den nur die Atterberg-Grenzen belastbar in Zahlen fassen.
Arbeitsumfang in Hamburg

Risiken und Überlegungen in Hamburg
Hamburgs Entwicklung zum Welthafen prägt den Baugrund bis heute. Wo im 19. Jahrhundert Fleetinseln zugeschüttet und Speicherstadt-Fundamente auf Eichenpfählen in den Schlick gerammt wurden, liegen heute mächtige anthropogene Auffüllungen über Weichschichten. Wer auf solchen Parzellen ohne Kenntnis der Atterberg-Grenzen gründet, riskiert unkalkulierbare Setzungen durch Konsolidierung der bindigen Horizonte. Eine hohe Plastizitätszahl bedeutet ein großes Schrumpf- und Quellpotenzial – bei langen Trockenperioden oder wechselnden Grundwasserständen, wie sie in der Elbmarsch typisch sind, kann das zu Rissen in Bodenplatten und ungleichmäßigen Setzungen führen. Auch für die Standsicherheit von Baugrubenböschungen im Klei ist die Fließgrenze ein kritischer Parameter: Sobald der Wassergehalt durch Niederschlag oder Schichtenwasser in die Nähe des wL-Wertes steigt, bricht die Scherfestigkeit dramatisch ein.
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Unsere Leistungen
Unser Labor in Hamburg führt die Atterberg-Grenzen als Teil der Routine-Klassifikation aus. Wir unterscheiden zwei Bearbeitungsstufen:
Standard-Bestimmung nach DIN EN ISO 17892-12
Fließgrenze (Casagrande-Methode) und Ausrollgrenze an gestörter Probe. Inklusive Wassergehaltsbestimmung und Berechnung von Ip und Ic. Bearbeitungszeit 2 Tage, Ergebnis als normkonformer Prüfbericht für das Baugrundgutachten.
Erweiterte Klassifikation mit Korngrößenanalyse
Kombinierte Untersuchung von Atterberg-Grenzen und Nasssiebung/Sedimentation. Notwendig für die vollständige Bodenansprache nach DIN 4022-1 und zur Ableitung bodenmechanischer Kennwerte. Besonders empfohlen bei gemischtkörnigen Böden mit Feinkornanteil.
Häufig gestellte Fragen
Was kosten die Atterberg-Grenzen in Hamburg?
Die Bestimmung der Atterberg-Grenzen kostet in Hamburg zwischen 60 € und 100 €, je nachdem ob Fließ- und Ausrollgrenze gemeinsam beauftragt werden oder nur ein Einzelwert. Bei organischen Böden mit langen Trocknungszeiten kann ein leichter Aufschlag anfallen. Sie erhalten einen belastbaren Prüfbericht nach DIN EN ISO 17892-12.
Wie viel Probenmaterial brauche ich?
Sie benötigen etwa 200 Gramm Feinsiebdurchgang unter 0.4 mm. In der Praxis heißt das: Eine gestörte Bodenprobe von 500 g aus der Schicht sollte reichen. Wichtig ist, dass die Probe nicht ausgetrocknet ankommt – am besten in einem luftdichten Beutel oder Glas.
Warum sind die Atterberg-Grenzen für meinen Bauantrag in Hamburg relevant?
Das Baugrundamt verlangt für Gründungen auf bindigen Böden eine Klassifikation nach DIN 4022-1. Die Atterberg-Grenzen liefern die Plastizität und Konsistenzzahl, aus denen der Geotechniker die Steifigkeit und das Setzungsverhalten ableitet. Ohne diesen Nachweis ist kein standsicheres Gründungskonzept möglich.
Kann man die Fließgrenze auch mit einem Fallkegel bestimmen?
Ja, das Fallkegelverfahren nach BS 1377 ist eine Alternative, aber in Hamburg orientieren wir uns fast ausschließlich an der Casagrande-Methode der DIN EN ISO 17892-12, weil sie in deutschen Baugrundgutachten als Referenz gilt und die Vergleichbarkeit mit Bestandsdaten gewährleistet.
Wie lange dauert das Ergebnis?
Standardmäßig 2 Arbeitstage ab Probeneingang. Bei sehr nassen oder organischen Proben (z.B. Klei aus der Elbmarsch) müssen wir das Material schonend vortrocknen, das kann einen Tag länger dauern. Eilaufträge sind nach Absprache möglich.