Inklinometerketten und Vibrating-Wire-Piezometer sind in Hamburg keine optionale Zusatzausstattung, sondern Standardinstrumentierung, sobald die Aushubtiefe drei Meter überschreitet. Wir setzen diese Messtechnik seit Jahren in den Quartieren rund um die Alster und im Hafenrandgebiet ein, wo quartäre Beckentone und Sandlinsen einen hochsensiblen Untergrund bilden. Die 1,8 Millionen Einwohner zählende Metropolregion ist von feinkörnigen, setzungsempfindlichen Böden geprägt, die auf Spannungsänderungen unmittelbar reagieren. Bevor der Bagger die erste Sohle erreicht, ist unser Messsystem aktiv und liefert eine lückenlose Dokumentation von Horizontalverschiebungen im Millimeterbereich. Die Kombination mit einem CPT-Versuch im Vorfeld erlaubt uns, die Steifigkeitsprofile der anstehenden Schichten exakt zu kalibrieren, was in Hamburgs heterogenem Baugrund die Prognosequalität der Finite-Elemente-Modelle erheblich verbessert.
Eine lückenlose Überwachung der Verbauverschiebung ist in Hamburgs weichen Tonschichten kein Kostenfaktor, sondern eine unverzichtbare Versicherung gegen Bauschäden.
Arbeitsumfang in Hamburg

Risiken und Überlegungen in Hamburg
Ein klassischer Fehler auf Hamburger Baustellen ist das Ausführen des Aushubs ohne vorherige Kalibrierung der Porenwasserdruckaufnehmer gegen die Grundwasseranalytik der Elbe. Der tideabhängige Druckspiegel in den Sandlinsen reagiert mit sechsstündiger Verzögerung auf das Hochwasser bei St. Pauli, was ohne Korrelationsmodell zu falschen Auftriebsannahmen führt. Wir haben mehrfach erlebt, dass Baufirmen die Steifigkeit der Wechsellagerung aus Geschiebemergel und Beckenton überschätzten und erst unsere Inklinometerdaten die schleichende, aber stetige Verschiebung des Trägerbohlwandprofils um 12 Millimeter pro Woche offenlegten. Eine unzureichende geotechnische Baugrubenüberwachung resultiert in Hamburg nicht nur in Rissbildungen an der gründerzeitlichen Nachbarbebauung – die engstehende Blockrandstruktur in Eimsbüttel oder Eppendorf macht Schadenssummen schnell sechsstellig.
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Unsere Leistungen
Unser messtechnisches Leistungsspektrum deckt die gesamte Prozesskette vom Einbau der Sensorik bis zur gutachterlichen Bewertung ab:
Automatisiertes Verbau- und Setzungsmonitoring
Installation von Mot-Totalstationen mit 360°-Prismen an Spundwänden, Trägerbohlwänden und Nachbargebäuden. Inklusive Schlauchwaagensystemen für setzungsempfindliche Infrastruktur wie die denkmalgeschützten Fleetbrücken.
Inklinometer- und Piezometerauswertung
Vertikale Inklinometerketten in Bohrungen hinter der Verbauwand zur Erfassung von Tiefenverschiebungen. Kombiniert mit VW-Piezometern zur tideunabhängigen Porenwasserdruckbilanz in den Sandlinsen.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine geotechnische Baugrubenüberwachung in Hamburg?
Die Kosten richten sich nach Baugrubentiefe, Messumfang und Überwachungsdauer. Für ein typisches innerstädtisches Projekt mit 4–6 m Tiefe und 3-monatiger Bauzeit liegen die Honorare zwischen €720 und €2.400 monatlich, inklusive Messeinrichtung, Datenfernübertragung und wöchentlicher Berichterstattung.
Welche Normen sind für die Überwachung von Verbauwänden maßgebend?
Die DIN 4123:2013-04 regelt die Standsicherheit von Baugruben und gibt Grenzwerte für Verformungen vor. Ergänzend gilt der Eurocode 7 (DIN EN 1997-1) für die geotechnische Bemessung sowie die DIN 4020 für die Baugrunderkundung. In Hamburg sind zudem die EAU 2012 für wasserbauliche Aspekte zu beachten.
Ab welcher Baugrubentiefe ist eine messtechnische Überwachung in Hamburg vorgeschrieben?
Eine formelle Pflicht ergibt sich aus der DIN 4123 bei mehr als 5 m Tiefe oder wenn Nachbarbebauung im Einflussbereich liegt. In Hamburgs weichen Tonschichten empfehlen wir die Instrumentierung jedoch bereits ab 3 m Aushubtiefe, da die Setzungsmulde hier deutlich breiter ausfällt als in steifen Böden.
Wie schnell werden Warnwerte an die Bauleitung gemeldet?
Unser Alarmsystem verschickt bei Überschreitung der in der statischen Berechnung festgelegten Warnwerte binnen 60 Sekunden eine SMS und E-Mail an den vorab definierten Verteiler. Die Nachricht enthält den aktuellen Messwert, den prozentualen Warnwertbezug und eine Handlungsempfehlung des diensthabenden Ingenieurs.