Ein Generalunternehmer in Hamburg-Wilhelmsburg verließ sich auf Standardrezepturen für Injektionen – das Ergebnis war ein unkontrollierter Austritt des Injektionsguts in den benachbarten Fleet, weil die heterogene Schichtung aus Klei und Torf unterschätzt wurde. Solche Vorfälle vermeidet man nur mit einer standortgerechten Injektionsbemessung, die die Wechsellagerungen der quartären Elbtalrinne berücksichtigt. Hamburgs Untergrund ist eine geotechnische Herausforderung: Unter dem holozänen Weichschichtenpaket lagern saalekaltzeitliche Beckensande, die lokal zu hydraulischen Kurzschlüssen führen können. Eine belastbare Bemessung von Injektionen verlangt daher mehr als generische Kennwerte – sie erfordert die Interpretation von Korngrößenanalysen und Durchlässigkeitsversuchen, um das Eindringverhalten des Injektionsmediums vorherzusagen. Unser Team erarbeitet Injektionskonzepte für Baugruben in der HafenCity, für Unterfangungen an gründerzeitlichen Kontorhäusern und für Abdichtungssohlen im Einflussbereich der Tideelbe.
In Hamburgs Elbmarsch ist die Injektionsbemessung weniger eine Frage der Druckhöhe als der richtigen Viskosität – sie muss zum Porengefüge des Kleis passen.
Arbeitsumfang in Hamburg

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Risiken und Überlegungen in Hamburg
Nach DIN EN 12715 und den Empfehlungen des Arbeitskreises 'Injektionen' der DGGT ist für jede Injektionsbemessung ein standsicherheitsrelevanter Nachweis gegen hydraulischen Grundbruch zu führen. In Hamburg ist dieses Risiko besonders ausgeprägt, weil die gespannten Grundwasserverhältnisse in den Beckensanden unter der gering durchlässigen Kleidecke Arteserpotenziale aufbauen können. Ein Versagen der Injektionssohle führt hier nicht nur zu einem hydraulischen Kurzschluss, sondern kann binnen Stunden die komplette Baugrube fluten. Die Bemessung muss daher den Aufbruchwiderstand des injizierten Bodenkörpers explizit für den Zustand mit wiederanstauendem Tidehochwasser rechnen. Hinzu kommt die Gefahr von Setzungen an der gründerzeitlichen Nachbarbebauung, wenn das Injektionsgut unkontrolliert in Hohlräume abfließt. Unsere Bemessungen integrieren deshalb stets eine Baugrubenüberwachung mit Porenwasserdruck- und Verformungsmessungen.
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Unsere Leistungen
Unsere Injektionsbemessung in Hamburg deckt den gesamten Planungszyklus ab, von der Machbarkeitsstudie bis zur ausführungsreifen Injektionsanweisung – zugeschnitten auf die lokalen Baugrundverhältnisse.
Bemessung von Injektionssohlen und -körpern
Geotechnischer Nachweis der Injektionskörper für Abdichtungssohlen, Unterfangungen und Baugrubenumschließungen. Wir definieren Injektionsraster, Abbruchkriterien und Rezepturen spezifisch für die anstehenden Marsch- und Beckensedimente Hamburgs.
Fremdüberwachung und Qualitätssicherung bei Injektionen
Kontinuierliche Begleitung der Injektionsarbeiten mit Druck-Volumen-Diagrammen, Nachinjektionskonzepten und Erfolgskontrollen durch Kernbohrungen oder Wasserdrucktests gemäß DIN EN 12715.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Injektionsbemessung für ein Bauvorhaben in Hamburg?
Die Honorare für eine vollständige Injektionsbemessung inklusive geotechnischer Berechnungen und Ausführungsplänen liegen in Hamburg je nach Projektgröße und Komplexität des Baugrunds zwischen €1.180 und €3.610. Kleinere Maßnahmen wie Unterfangungen an Einfamilienhäusern auf der Geest liegen am unteren Ende, umfangreiche Abdichtungssohlen im Hafenbereich mit instationären Grundwasserberechnungen eher am oberen.
Welche Injektionsverfahren sind für Hamburgs Kleiböden geeignet?
Für die feinkörnigen Klei- und Torfschichten der Elbmarsch eignen sich vor allem Feinstbindemittelinjektionen mit Zementen d95 < 16 µm oder Acrylatgele mit steuerbarer Gelierzeit. Klassische Zementsuspensionen dringen kaum ein und führen zu unkontrollierten Rissaufweitungen.
Wie wird die Wirksamkeit einer Injektionssohle nachgewiesen?
Die Erfolgskontrolle erfolgt nach EA Injektionen durch Kernbohrungen mit WD-Tests zur Bestimmung des kf-Werts, ergänzt durch Porenwasserdruckmessungen während der Bauwasserhaltung, die die Dichtigkeit der Sohle im Bauzustand belegen.
Ab welcher Tiefe ist in Hamburg eine Injektionssohle sinnvoll?
Eine Injektionssohle wird in Hamburg meist ab Aushubtiefen von 4 m unter Gelände wirtschaftlich interessant, wenn die Baugrube in die gespannten Grundwasserleiter der Beckensande einschneidet und eine offene Wasserhaltung nicht mehr genehmigungsfähig ist.
Müssen bei Injektionen in Hamburg die Tidewasserstände berücksichtigt werden?
Ja, unbedingt. Die Bemessung muss den instationären Grundwasserzustand mit auflaufendem Tidehochwasser abbilden, da der Stauwasserspiegel hinter den Hochwasserschutzanlagen phasenverschoben ansteigt und die Auftriebssicherheit der Sohle reduziert.