Hamburgs Baugrund verlangt Genauigkeit: Mit 101 km² Wasserfläche und quartären Ablagerungen direkt an der Elbe variiert die Korngrößenverteilung oft auf kürzester Distanz. Ob im Glazialtal oder auf der Geest – der Feinkornanteil bestimmt die Tragfähigkeit und den Wasserhaushalt im Boden. Unser Labor ist nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert und liefert die Korngrößenanalyse mit kombinierter Trockensiebung und Aräometerverfahren für den gesamten Bereich von Grobkies bis Ton. Gerade wenn Sie im Hafenrandbereich gründen oder in den Marschgebieten Aushub bewerten müssen, ist die Sieblinie mehr als eine Laborkurve – sie entscheidet über Verdichtbarkeit, Frostsicherheit und Drainagepotential. Bei rolligen Böden ergänzen wir die Bewertung oft mit dem CPT-Versuch, um Schichtgrenzen und Lagerungsdichte vor Ort zu überprüfen, bevor die Laborwerte interpretiert werden.
Eine vollständige Sieblinie erspart in Hamburgs heterogenen Böden oft aufwändige Zusatzversuche – sie liefert Frostklasse, Bodengruppe und den kf-Schätzwert in einem Arbeitsschritt.
Arbeitsumfang in Hamburg

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Risiken und Überlegungen in Hamburg
Hamburgs Entwicklung vom mittelalterlichen Hafen zur Metropolregion mit 1,9 Millionen Einwohnern hat tiefe Spuren im Baugrund hinterlassen. Aufschüttungen, Trümmerverfüllungen nach 1943 und Hafenbeckenverfüllungen erzeugen anthropogene Böden, deren Korngrößenverteilung von Natur aus chaotisch ist. Wer hier ohne Sieblinie gründet, riskiert Setzungsdifferenzen durch unerkannte Feinkornnester oder Erosionskanäle in grobkörnigen Auffüllungen. Besonders kritisch: Marschböden mit organischen Beimengungen, bei denen die Kornsummenkurve allein nicht ausreicht – wir empfehlen dann die parallele Bestimmung des Glühverlusts nach DIN 18128. Im Bereich der Geestkante, wo sandige und bindige Böden verzahnt sind, kann bereits eine Fehlklassifikation um eine Bodengruppe zu falschen Bettungsmoduln und unwirtschaftlicher Gründung führen. Die Baugrunduntersuchung mit SPT liefert dort die nötige Tiefenstaffelung, um die Laborergebnisse räumlich einzuordnen.
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Unsere Leistungen
Unser Prüfspektrum deckt die gesamte Klassifikationskette ab – von der Probenahme im Feld bis zur Kennwertberechnung für die Bemessung.
Kombinierte Sieb- und Schlämmanalyse
Vollständige Kornsummenkurve mit Siebung und Aräometer. Inklusive Berechnung von Cu, Cc, Frostempfindlichkeitsklasse nach ZTV E-StB, Wasserdurchlässigkeitsbeiwert kf nach Hazen und Beyer sowie Bodengruppe nach DIN 18196.
Sieblinie für Aushub und Deponieklassifikation
Korngrößenverteilung als Teil der Deklarationsanalytik nach LAGA M20 und DepV. Mit Angabe des Feinanteils <0,063 mm und des Tonanteils <0,002 mm für die Zuordnung zu Bodenarten nach DIN 4022.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Korngrößenanalyse (Siebung + Hydrometer) im Raum Hamburg?
Die Kosten für eine kombinierte Sieb- und Aräometeranalyse nach DIN EN ISO 17892-4 liegen je nach Probenanzahl und Aufbereitungsaufwand (Trocknung, Vorsiebung, Entfernung organischer Substanz) zwischen €80 und €170 pro Probe. Bei Serien ab 5 Proben aus demselben Projekt reduzieren sich die Einzelpreise. Der Preis umfasst Siebprotokoll, Kornsummenkurve, Kennwerte Cu/Cc und die Bodengruppe nach DIN 18196.
Warum reicht eine reine Siebanalyse bis 0,063 mm in Hamburg oft nicht aus?
Weil in den Marsch- und Beckensedimenten Hamburgs der Schluff- und Tonanteil häufig über 15 % liegt. Ohne Aräometerversuch fehlt die Information über die Feinkornverteilung, aus der Frostempfindlichkeitsklasse, Plastizität und der kf-Wert abgeleitet werden. Eine unvollständige Sieblinie kann zur Unterschätzung der Frosthebung oder zur Fehleinschätzung der Dränfähigkeit führen – beides kritisch bei Verkehrsflächen und Gründungen im Grundwasserbereich.
Welche Probemenge wird für die Korngrößenanalyse benötigt?
Die erforderliche Probemenge richtet sich nach dem Größtkorn. Für Böden bis 2 mm Größtkorn genügen 200 g Trockenmasse, bei 16 mm Größtkorn benötigen wir etwa 2 kg, bei 63 mm bis zu 5 kg. Die Probe muss ungestört in einem luftdichten Beutel verpackt sein, damit der natürliche Wassergehalt erhalten bleibt. Wir holen Proben in ganz Hamburg ab – von Blankenese bis Bergedorf.
Wie schnell liegen die Ergebnisse vor und welche Kennwerte werden abgeleitet?
Die Regelbearbeitungszeit beträgt 5 Werktage. Der Prüfbericht enthält die tabellierte Sieblinie, die Kornsummenkurve als Diagramm, die Kennwerte d10, d30, d60, die Ungleichförmigkeitszahl Cu, die Krümmungszahl Cc, den kf-Wert nach Hazen und Beyer, die Frostempfindlichkeitsklasse und die Bodengruppe nach DIN 18196. Bei bindigen Böden empfehlen wir die parallele Bestimmung der Konsistenzgrenzen.